Begegnungsmarkt Oberland

22.10.2018 Oberlandfest

Die Sonne war auf unserer Seite. Pünktlich zum Oberlandfest am 22.09.2018 schob sie am Nachmittag die Wolken bei Seite und zeigte die bunte Vielfalt der zahlreichen Mitmachstände auf dem Gelände des Treff N°47.

Die Veranstaltung wurde durch die Bürgermeistern Frau Hergenröder und dem Leiter des BIWAQ-Projektes Herrn Etter eröffnet und die Besucher des Oberlandfestes herzlich willkommen geheißen. Ausrichter war in diesem Jahr die Stadt Ebersbach-Neugersdorf, Anlass das in diesem Jahr endende BIWAQ-Projekt „Begegnungsmarkt Oberland". In dem Projekt durchliefen insgesamt 67 langzeitarbeitslose Menschen aus dem Stadtteil Oberland und den angrenzenden Gemeinden unterschiedliche berufliche Fachqualifikationen. Durch die Umsetzung des Projektes konnten zwischen vielen Teilnehmenden und regionalen Unternehmen Arbeitsverhältnisse geschlossen werden. So wurden diese Menschen nach vielen Jahren der Arbeitslosigkeit wieder zurück in das Arbeitsleben geführt.

Auf dem Oberlandfest luden insgesamt 26 Ständen zum Mitmachen und Ausprobieren ein. So war das Querxenland-Spielmobil mit einer umfangreichen Auswahl an Großraumspielen vertreten, es konnten Rätzel zu dem BIWAQ-Projekt oder des Gedächtnistrainings gelöst werden, Keramikfiguren wurden farblich gestaltet und die unterschiedlichen Musikinstrumente der Kreismusikschule auf Herz und Nieren getestet. Die AWO Oberlandknirpse hatte Spiele aus dem Integrationsbereich im Gepäck und ein Hindernissparcour des Pflegestiftes Oberland, der mit Rollstühlen bewältigt werden musste, verlangte den Fahrern höchstes Fahrgeschick ab. Umfangreiche Informationen zu dem geplanten Mehrgenerationsspielplatz gab der Bauamtsleiter Herr Lachmann und die Stadtbibliothek Ebersbach-Neugersdorf präsentierte sich mit einer „Lebenden Bibliothek“.

Bei dieser Bibliothek konnten Menschen, die lebenden Bücher, ausgeliehen und Fragen zu deren Berufsalltag gestellt wurden. Diese Bücher kamen aus unterschiedlichen Berufszweigen. So standen der Marktleiter eines Einzelhandelsunternehmens, ein Malermeister, eine Bestatterin, ein Dachdecker, ein Installateur & Fliesenleger, eine Ausbilderin für Technisches Produktdesign, eine Verwaltungsfachangestellte, eine Krankenschwester, ein Hausmeister und eine Erzieherin zur Ausleihe bereit. Eigens zum Interview wurden Beratungsinseln in den Räumen des Treffs geschaffen, um ungestört die beruflichen Geschichten und Erzählungen des „Buches“ zu ergründen.

Das unterhaltsame Bühnenprogramm spielte sich in dem schönen Amphitheater ab. Die Moderation und musikalische Führung durch den Nachmittag übernahm Herr Michael Müller. Auf der Bühne ließen die Zuckerpuppen ihre Hüften kreisen und die ansässigen Schulen führten lustige Sketche, Tänzen, Gesänge und musikalisches Theater auf. Sehr spannend ging es vor dem Vereinshaus zu. Hier wartete die Jugendfeuerwehr Neugersdorf mit einem Löschfahrzeug auf neugierige Besucher. Wer es noch sportlicher brauchte, konnte sich auf der Hüpfburg der Volksbank Ebersbach-Neugersdorf austoben.

Für das leibliche Wohl war auch gesorgt. Leckere Gulasch- und Backofensuppe, frisch gebackenes Brot aus dem Holzbackofen, Bratwurst und Getränke wurden durch viele engagierte Vereinsmitglieder und den Pflegestift Oberland bereitgestellt. Im Haus selbst wartete ein gemütlicher Treffpunkt mit leckerem Kuchen und frischem Kaffee auf die Gäste.

Zum Ende der Veranstaltung kam es gegen 18 Uhr zur Auswertung der Tombola. Die Preise wurden durch Vereine und Unternehmen gesponsert. Neben vielen attraktiven Gewinnen stand als Hauptgewinn ein 24er Kinderfahrrad zur Verlosung.

In Summe haben ca. 450 Besucher aus allen Altersschichten das Fest aufgesucht und sich durch die Teilnahme an den Mitmachständen und an den Versorgungsstandpunkten vergnügt.

Ein großer Dank geht auch an alle Akteure, ohne die das Fest gar nicht erst möglich gewesen wäre.

Das sind im Einzelnen: Der Stadtverwaltung Ebersbach-Neugersdorf als Initiator und Frau Moritz als Organisatorin, dem Förderschulzentrum Oberland Albert Schweizer, der Andert-Oberschule, der Jahngrundschule, der Johanniter-Unfall-Hilfe, der Jugendfeuerwehr Neugersdorf, dem Psychosozialen Trägerverein Sachsen e.V., dem Kulturverein Oberland e.V. mit dem Holzofenteam, der Kunst-, Geschichts-und Handarbeitsgruppe, dem Internationalen Bund, dem Pflegestift Oberland, der Kreativkeramik Gröhl, der Stadtbibliothek, dem Jugendärztlichen Dienst, dem Sozialverband VdK Deutschland e.V., dem Spielmobil vom KiEZ Querxenland, Herrn Kubitz mit seinen Riesenseifenblasen, der Musikschule, der AWO Oberlandknirpse, des Kulturvereins, der SAPOS gemeinnützige GmbH, der Kompetenzagentur, der Allianz-Versicherung, der Volksbank Ebersbach-Neugersdorf und den TKE-Jungs sowie allen ehrenamtlichen zusätzlichen Helfern und Helferinnen.

 

"mittendrin"

 

Unter dem Motto »mittendrin« laden wir Jung und Alt herzlich zum Mitmachen, Mitspielen und Mitfeiern rund um den Treff Nº 47 ein. Anlass des 16. Oberlandfestes ist der Abschluss des BIWAQ-Projektes »Begegnungsmarkt Oberland«, der am 22.9.2018 ab 14:00 Uhr gemeinsam gefeiert wird.

Das wartet am Festnachmittag auf das Publikum:

Ein Mit-Mach-Pfad – zum Experimentieren, Staunen und Probieren.
An 26 Ständen sind alle großen und kleinen Besucher eingeladen aktiv zu werden, auszuprobieren und mitzumachen. Dabei sind das Spielmobil, die Riesenseifenblasen, die Druckwerkstadt aus Görlitz und das Musikmobil der Musikschule. Wer fleißig Stempel im Mit-Mach-Pass gesammelt hat, kann 18:00 Uhr an einer Tombola teilnehmen.

Auf der Bühne des Amphietheaters wird es während des gesamten Nachmittages ein buntes Programm geben.
Lassen Sie sich überraschen!

In diesem Jahr ist die Lebende Bibliothek mit vielfältigen  »Berufsgeschichten« vertreten.
Sprich mit deinem Wunschberuf! 14.00 bis 17.00 Uhr
Die »lebenden Bücher« sind Menschen aus verschiedenen Berufen. Sie können aus einem Katalog ausgesucht werden und sind offen für spannende Gespräche über ihre Arbeit und ihr Unternehmen.

Neugierig geworden? Dann kommen Sie am 22.9. vorbei! Wir freuen uns auf viele Besucher!

Wenn Sie ganz nah dabei sein möchten, freuen wir uns auch über helfende Hände:
Wir suchen z.B. noch einen Betreuer für die Hüpfburg, Unterstützung am Infostand und Parkplatzeinweiser.

Melden Sie sich dafür einfach im Stadtteilbüro oder im BIWAQ-Büro:
Stadtteilbüro »Oberland«
Bärbel Moritz
0162 9803379
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BIWAQ Projektbüro
Marco Etter
03586 3690343
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Auf in die letzte Runde des BIWAQ-Projektes

 

Nach bereits 6 Monaten theoretischer Unterweisung und unterschiedlicher Praxisphasen geht es nun in die letzte Runde der Fachqualifizierung des BIWAQ-Projektes.

Für die Teilnehmenden der beiden Bildungslehrgänge „Produktionsabläufe in der Holz-, Kunststoff- und Metallverarbeitung" und „Verpackung, Logistik und Versand" beginnen Anfang September die letzten Einheiten des fachtheoretischen Unterrichtes. Gerade bei letzterer Fachqualifizierung bildet die Elektronische Datenverarbeitung den Schwerpunkt dieser Bildungseinheit. Eigens dafür wurde durch die Mitarbeiter des unterweisenden Bildungsträgers ein Computerkabinett eingerichtet. In vielfältigen praktischen Übungen lernen die Teilnehmenden unterschiedliche Wartenwirtschaftssysteme kennen und damit zu arbeiten. Die arbeitsmarktnahe Fachqualfizierung steht auch hier immer im Fokus.

Im Oktober schließen sich erneut die Praxisphasen an. Hier kann jeder einzelne BIWAQ-Teilnehmende bei seinem jeweiligen betrieblichen Einsatz den Arbeitgeber von seiner Leistungsfähigkeit überzeugen. Wenn sich das Praktikum dann in eine Festanstellung wandelt, ist das eine WinWin-Situation für alle Beteiligten und speziell für die BIWAQ-Teilnehmenden die Verwirklichung der persönlchen Vorstellungen.

Bisher konnten schon 12 BIWAQ-Teilnehmende während ihrer aktiven Mitwirkung im Projekt in Arbeit vermittelt werden. Weitere 4 Teilnehmende nahmen durch die nachhaltige Arbeit des BIWAQ-Teams auch nach deren Qualifizierungsbeendigung Arbeit bei lokalen Unternehmen auf und konnten sich so neue Perspektiven schaffen.

 

BIWAQ-Teilnehmer nach 18 Jahren wieder in Arbeit

 

Als sich Herr Barth nach über 18 Jahen zu seinem ersten Arbeitstag in Vollzeitanstellung auf den Weg machte war er sehr aufgeregt. Jetzt, mit über 60 Jahren, hatte er endlich wieder einen Arbeitsvertrag in der Tasche der ihn weg vom Hartz IV und hin zu einer perspektivenreichen Lebensweise führte. Aber was war geschehen?

Sieben Jahre lang war Herr Barth bei einer Handwerksfirma im Wohnort fest eingestellt. Täglich arbeitet er acht Stunden unter starkem körperlichen Einsatz. Das störte ihn aber nicht, denn er war das Arbeiten gewöhnt und seine Tätigkeit als Maschinenbediener machte ihm Spaß. 2000 dann das Aus. Zum Jahresende verlohr der gelernten Schmied seine Arbeit und wie sich später herausstellte, für lange Zeit. Die nächsten Jahre war Herr Barth bei verschiedenen Arbeitsstellen als Hilfskraft oder Lagerhelfer in unterschiedlichen Unternehmen der Region kurzweilig tätig. Auch als ABM- oder MAE-Kraft wurde er an verschiedenen Stellen eingesetzt. Positive Antworten auf erfolgte Bewerbungen blieben leider aus. Langsam verließ ihn der Mut. Aus dem Amtsblatt erfuhr er von dem BIWAQ-Projekt „Begegnungsmarkt Oberland" und meldete sich im März 2018 zur freiwilligen Teilnahme an.

Das war die richtige Entscheidung denn hier bekam Herr Barth maßgebliche Unterstützung durch das BIWAQ-Team von Frau Menzel und Herrn Etter. Mit dem Bekanntwerden der vakanten Stellen setzte das Team alle Hebel des Bewerbungsmanagementes in Bewegung. Das Aufgabenspektrum der zu besetztenden Stelle wurden besprochen, die Bewerbungsunterlagen gemeinsam erstellt, der Kontakt zu dem Arbeitgeber aufgenommen und das Bewerbungsgespräch geübt. Das Team stand Herrn Barth zur Seite und unterstütze ihn zielführend mit dem finalen Ergebnis des Arbeitsvertrages für den Projektteilnehmer.

Wir sind sehr stolz auf Herrn Barth und gratulieren ihm zu der neuen Arbeitsstelle.

Eine starke Entwicklung

Seit September 2016 laufen die Fachqualifitierungen im BIWAQ - Projekt „Begegnungsmarkt Oberland“.
Ziel war es, langzeitarbeitslose Menschen auf den regionalen Arbeitsmarkt vorzubereiten und 8 Teilnehmende außerhalb des geplanten „Begegnungsmarktes“ in Beschäftigung zu vermitteln.

Dabei wurden in den ersten drei Bildungsdurchgängen die Fachmodule „Alltagsbegleitung/Zusätzliche Betreuungskraft", „Haus- und Grünflächenunterhalt", „Küche und Cafeteria" und „Handel und Verkauf" unterwiesen. In dem aktuell durchgeführten vierten Bildungsdurchgang werden Schwerpunkte der beruflichen Fachrichtungen „Produktionsabläufe in der Holz-, Kunststoff- und Metallverarbeitung" und „Verackung, Logistik und Versand" durch regionale Bildugsträger unterwiesen.

Im Januar 2018 waren es nur fünf Teilnehmende, denen die Integration in Beschäftigung durch das BIWAQ-Projektteam gelungen ist. Mittlerweile kann das Team auf insgesamt 11 Erfolge zurückblicken! 11 langzeitarbeitslose Menschen, die ohne das BIWAQ - Projekt „Begegnungsmarkt Oberland" – „Qualifizierung im Oberland" vermutlich keine Chance bekommen hätten, haben zusammen mit dem Projektteam den Weg in ein Beschäftigungsverhältnis gefunden.

Das die Netzwerkarbeit zwischen dem BIWAQ -Team und den Unternehmen in der Region der Stadt Ebersbach - Neugersdorf funktioniert, zeigen auch drei weitere Vermittlungen ehemaliger Projektteilnehmender in Arbeit. Das gute informative Zusammenspiel von Arbeitgebern und den Mitarbeitern des Projektes hat dies möglich gemacht.

Mit dem BIWAQ werden Perspektiven geschaffen, das läßt sich sehr deutlich an diesem Projekt erkennen.